Bewusstes essen

Abnehmen beginnt in vielen Fällen auch im Kopf. Neue Zahlen belegen, dass gut 50 Prozent der Deutschen mit ihrem Gewicht unzufrieden sind. Viele quälen sich regelmäßig mit Diäten.

Ein simpler, aber effektiver Schritt, quasi im Schlaf abzunehmen ist das bewusste essen. Was so einfach klingt, kann auf Dauer Wunder wirken.

Bewusstes essen hat zum einen damit zu tun, genau zu wissen, wann man was ist, aber auch damit, sich Zeit für die einzelnen Mahlzeiten zu nehmen und zu genießen.

Wissen, was man isst

Wer abnehmen möchte, muss auch wissen, was er den Tag über isst. Dabei ist auch ganz wichtig, ganz bewusst zu essen und sich dafür Zeit zu nehmen. Keinesfalls sollten Menschen, die gern abnehmen möchten, mal eben nebenbei und zwischendurch einen Snack zu sich nehmen.

Auch in der Frühstückspause oder in der hektischen Kantine muss genug Zeit sein, um sich zu setzen und die Mahlzeit in aller Ruhe zu genießen.

Beliebt ist auch das Essen während der Lieblingsserie oder dem spannenden Krimi.

Auch dies gilt es zu vermeiden.

gedeckter Fruehstueckstisch

Was so simpel und selbstverständlich klingt, ist es oft gar nicht mehr.

  • Wie sieht der Apfel aus, wie schmeckt er?
  • Welche Farbe hat der Salat?
  • Schmeckt der Eintopf tatsächlich nach kräftiger Fleischbrühe, nach frischem Gemüse?
  • Wie fühlt es sich an, den Apfel gegessen zu haben oder einen Teller Nudeln?
  • Fühlt man sich jetzt wohl?
  • Hat man der Mahlzeit genug Aufmerksamkeit gewidmet?
  • Oder hat man doch noch nebenher eine Mail geschrieben oder telefoniert?

Das Ziel muss wieder sein, die Sinne zu schärfen.

  • Wie sieht mein Essen aus?
  • Wie riecht es?
  • Wie schmeckt es?

Wer im Sitzen isst, merkt schnell, dass täglich unbemerkt noch Knabbereien, Nüsse, Schokoriegel, noch ein Brötchen und vieles mehr nebenbei im Stehen verdrückt werden.

Wer achtsam ist, isst auch langsamer und ruhiger, weniger und wird dadurch eher satt.

Denn es gilt auch zu erkennen, wann man tatsächlich Hunger hat.

Oft hört man den Ausspruch, „Ich habe Hunger, ich muss jetzt dringend etwas essen.“

In vielen Fällen könnte man hier aber auch sagen: „Mir ist langweilig.“ oder „Mir geht es nicht gut, ich brauche etwas zum Aufheitern, ich bin unzufrieden.“

Wer nur isst, um sich ein gutes Gefühl zu verschaffen oder sich zu belohnen, isst mehr als gewollt und nötig wäre.

Denn Essen kompensiert keine negativeren Gefühle wie Stress oder Unzufriedenheit.

Dann folgt auf den Schokoriegel gleich das schlechte Gewissen.

Daher ist es wichtig zu ergründen, warum man isst, um die wahren Bedürfnisse zu entdecken.

Ein wichtiger Schritt wäre daher, möglichst darauf zu achten, nur etwas zu essen, wenn man tatsächlich Hunger hat.

Dabei gilt es aber auch, Geduld mitzubringen, denn das geht nicht von heute auf Morgen. Wir sollten wieder lernen, auf unsere Instinkte, unseren Körper zu hören, denn er verrät uns, wann wir essen sollen und was wir gerade brauchen.

Um das herauszufinden, hilft die Frage vor einer Mahlzeit, warum man das isst und warum gerade jetzt.

Das muss zunächst auch gar nicht weiter bewertet werden, es geht zunächst darum, das Bewusstsein zu schärfen.

Pausen und Zufriedenheit

Nach dem Essen hilft eine kleine Pause. Bevor man nun weiter isst, sollte man die Frage nach dem weiteren Appetit und dem Hunger stellen. Wer jetzt satt ist und genug hat, beendet die Mahlzeit. Wer sagt, ich habe wirklich noch Appetit, dann darf auch weiter gegessen werden.

So lernt es sich leichter, zwischen echtem Hunger oder dem Bedürfnis nach etwas anderem zu unterscheiden. Wichtig ist auch, die richtigen Lebensmittel auszuwählen.

Das trägt dazu bei, dass das Sättigungsgefühl eintritt und zudem zur Zufriedenheit nach einer Mahlzeit. Amerikanische Studien haben ergeben, dass psychische und körperliche Faktoren wichtig dafür sind. Vor allem Frauen greifen demnach zu Lebensmitteln, die gut schmecken, aber auch ein gutes Gefühl vermitteln.

Das kann sich auf das Energielevel, aber auch auf das Gefühl bezogen sein, dem Körper etwas Gutes zu tun. Frauen wollen dann noch etwas anderes essen, wenn das Essen diesem Maßstab nicht entspricht.

Das heißt: Lebensmittel sollten nicht nur gesund und nahrhaft sein, sondern auch der Seele schmeicheln und ein gutes Gefühl vermitteln.

Rat der Experten

Viele Experten raten dazu, sich auf das Essen zu konzentrieren. Das ist nicht neu. Dennoch neigen viele Menschen im Alltagsstress, nebenher zu essen. Daher wissen viele nicht, warum sie ein paar Kilos zu viel auf die Waage bringen oder wann sie was gegessen haben.

Dabei hilft es zu wissen, dass das Sättigungsgefühl erst nach 20 Minuten einsetzt. Dementsprechend fällt es vielen schwer, sich nur auf die Mahlzeit zu konzentrieren und nicht nebenbei noch etwas anderes zu erledigen. viele merken auch nicht, wie groß die Portionen sind.

All diese Dinge können aber dazu beitragen, dass das Essen wieder mehr Spaß macht und dass man nebenher einige Kilos abnimmt, obgleich man keine wirkliche Diät einhalten muss. Daher sagen viele Experten, dass man essen sollte, worauf man Lust hat. Aber: man sollte sich Zeit dafür nehmen und sich fragen, brauche ich das jetzt wirklich, tut mir das gut.